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Wenn das Internet oder die KI diagnostiziert und Behandlungstipps gibt

  • 12. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Immer öfter hört man davon, dass Menschen ihre Symptome "gegoogelt" haben und ein chatbot um Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten befragt wurde.


Grundsätzlich ist es ja begrüßenswert, wenn Menschen selbstverantwortlich agieren und sich Informationen zu ihren Symptomen (psychische als auch physische) recherchieren.

Im Zeitalter der KI ist Einholen von Wissen überall und zu jeder Zeit extrem einfach und komfortabel geworden. So einfach es auch ist, sich selbst "aufzuklären", so wachsam sollte man dennoch sein, welche Informationen das Web einem ausspuckt.


Ich muss dabei immer an jene Person denken, die mir vor einiger Zeit in der Praxis gegenübersaß:

Ich habe meine Symptome im Internet nachgesehen. Sie werden nicht glauben, was das Ergebnis war: Syphilis.

In diesem Fall war klar, dass die Diagnose mit großer Wahrscheinlichkeit nicht der Wahrheit entspricht. In ganz vielen Fällen werden durch das Internet / KI-chatbots Diagnosen und Behandlungsempfehlungen gegeben, die nicht der Realität entsprechen und mitunter sehr gefährlich sein können.


Chatbots können Informationen aufnehmen, verarbeiten, antworten, können Tipps und Ratschläge geben. Sie können jedoch nicht wirklich zuhören oder verstehen, wie es sich wohl im menschlichen Gegenüber anfühlt, was dieses Gegenüber tatsächlich brauchen könnte, um voranzukommen.


Bei jeder psychischen Erkrankung gibt es natürlich innerhalb derselben Diagnose Parallelen und ähnliche bis gleiche Symptome. Das zu Grunde liegende "Etwas", das diese Symptome auslöst, braucht aber nicht bei jedem Menschen ein und dieselbe Behandlung. Jeder Mensch ist individuell, jeder hat seine/ihre individuelle Biografie und Geschichte des Geworden-Seins. Somit kann es auch nicht nur "das eine Rezept" geben, das sich auf alle gleich anwenden lässt.


Wenn das Internet oder die KI nun z.B. zu gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung in der Natur, sowie Sonne und die Einnahme von Vitaminen oder vielleicht sogar nicht zugelassene Präparate rät, so kann dies schwerwiegende Folgen für die psychische und physische Gesundheit nach sich ziehen.

Deshalb: Diagnose und Behandlung immer von und mit einer Fachfrau/einem Fachmann durchführen lassen!


 
 
 

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