Essstörungen

Datenschutz Impressum

© 2020 all rights reserved by Psychotherapie Viehhauser.

  • s-facebook

Essstörungen

Essen stellt ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen dar, welches in der Maslowschen Bedürfnispyramide an der Basis, den physiologischen Bedürfnissen, zu finden ist. Essstörungen - Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Störung, Adipositas oder Mischformen - werden in der Fachwelt als psychisches Krankheitsbild angesehen.

Essstörungen scheinen in der heutigen Zeit aktueller denn je. Was alle Typen gemeinsam haben, ist eine Verhaltensstörung bezogen auf Essen und dem Umgang damit. Folgen davon liegen zwischen Gesundheitsstörungen bis hin zum Tod.

Ein weiteres Merkmal ist jenes, dass sich die Gedanken zu jeder Zeit um Essen drehen. Sei es der Gedanke daran, Essen zu verweigern, so viel wie möglich zu essen oder zu erbrechen, usw.

Als Ursprung wird eine psychosoziale Störung in Kombination mit der Einstellung zum eigenen Körper angesehen. Es handelt sich somit um eine komplexe psychische Erkrankung.

Wenn man Essstörung hört, denkt man meist zuerst an "Magersüchtige" oder "die, die sich immer übergeben". Dabei bleibt allerdings außer Acht, dass Essstörungen auch dann bestehen, wenn Essen übermäßig konsumiert wird. Es handelt sich dabei also um ein Kontinuum an dessen einem Ende jene Typen zu verorten sind, welche kaum/kein Essen zu sich nehmen bzw. dieses nur kurze Zeit bei sich behalten. Am anderen Ende findet man jene, welche Essen übermäßig und in großen Massen verzehren. Ein "gesundes Mittel" ist bei jeder Art einer Essstörung nicht möglich.

War es bis vor einigen Jahrzehnten nicht selbstverständlich, dass jeden Tag genug zum Essen am Tisch steht, so kann man sich heute, in unserer Gesellschaft, jeden Tag rund um die Uhr aus einem übervollen Angebot an Essen versorgen.

Oft herrscht auch noch das Bild vor, dass ausschließlich Mädchen und Frauen von einer Essstörung betroffen sind. Doch das entspricht nicht der Realität. Auch unter Burschen und Männern sind Essstörungen verbreitet.

Die psychische Komponente, die alle Betroffenen gemeinsam haben dürften, sind ein innerer Konflikt, welcher beeinflusst werden kann durch die individuelle Einstellung zum eigenen Körper, das soziale Umfeld, Leistungssport, Perfektionismus, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung, sowie dessen Begleiterscheinungen oder Konflikte in der Familie.

Unabhängig an welcher Form der Essstörung man leidet, ist es zuerst notwendig sich adäquat medizinisch versorgen zu lassen. Zusätzlich macht es Sinn sich entsprechende psychotherapeutische Begleitung zu organisieren, um die psychische Komponente(en) zu bearbeiten. Voraussetzung hierfür ist es, dass der/die Betroffene Therapiemotivation aufweist. Krankheitseinsicht und der Wunsch etwas zu verändern sind ausschlaggebend für einen positiven Therapieverlauf.


Um solchen Entwicklungen entgegenzuwirken ist Prävention hilfreich. Eltern sollten bestrebt sein ihren Kindern zu vermitteln, sich kritisch mit sozialen Medien und den darin vermittelten Schönheitsidealen auseinanderzusetzen und ein entsprechendes Klima schaffen, sodass ein gutes und stabiles Selbstwertgefühl entwickelt werden kann. Natürlich darf auf die Vorbildwirkung nicht vergessen werden. Kinder nehmen schon von klein an auf, was Mama und Papa vorleben. Ebenso ist es förderlich, wenn in der Familie eine Atmosphäre vorherrscht, in der es möglich ist, sich mit all seinen Gefühlen und Gedanken anvertrauen zu können, ohne dass das Kind Abwertung befürchten muss.


Der einfache und vielleicht oft ungeduldige Satz "Jetzt iss doch einfach." oder "Friss halt nicht so viel." ist kontraproduktiv und bringt dem/der Betroffenen kaum etwas außer Verletzung. Essstörungen sind viel zu komplex und können von Nicht-Betroffenen oft wenig bis gar nicht nachvollzogen werden. Hier scheint es wesentlich, dass Familie und Freunde verstehen lernen, dass eine Essstörung durch mehr bzw. weniger essen nicht einfach aufgelöst ist.